Proteste Kanaren: Wohnungsnot steigt & Bewohner demonstrieren

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Proteste Kanaren: Im Kampf für das Recht auf Wohnen haben sich nun auch Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura den landesweiten Protesten angeschlossen. Unter dem Motto

„Gegen die Spekulation, verteidigen wir das Recht auf Wohnen!“

fanden am Samstag, den 5. April 2025, auf mehreren Inseln der Kanaren Kundgebungen statt.

Die Demonstrationen sind eine Reaktion auf die anhaltende Wohnungsnot, die durch steigende Mietpreise und Spekulation auf dem Immobilienmarkt verschärft wird. Mietergewerkschaften und Bürgerinitiativen fordern von der Regierung entschiedenere Maßnahmen zur Regulierung des Wohnungsmarktes und zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Kundgebungen auf drei Inseln

Die Protestaktionen fanden zeitgleich an verschiedenen Orten statt:

  • Gran Canaria: Um 12:00 Uhr versammelten sich Demonstrierende auf der Plaza del Pilar in Las Palmas de Gran Canaria. Die Kundgebung wurde von der Plattform „Derecho al Techo“ (Recht auf Dach) organisiert.
  • Fuerteventura: Ebenfalls um 12:00 Uhr fand eine Protestaktion vor der Subdelegación del Gobierno (Unterdelegation der Regierung) in Puerto del Rosario (Fuerteventura) statt. Diese wurde vom Sindicato de Inquilinas (Mietergewerkschaft) der Insel initiiert.
  • Teneriffa: Am Abend, ab 18:00 Uhr, zog eine Demonstration durch San Isidro. Diese wurde ebenfalls vom Sindicato de Inquilinas de Teneriffa organisiert.

Hier gibt es aktuelle Videos dazu (auf spanisch) um dir einen Eindruck zu verschaffen:

Unterstützung durch Gewerkschaften

Die Gewerkschaft CCOO (Comisiones Obreras) bekundete in einer Pressemitteilung ihre volle Unterstützung für die landesweiten Mobilisierungen der Mietergewerkschaften. Sie betonte die Notwendigkeit, das neue Wohnungsgesetz konsequent anzuwenden und in den Mietmarkt einzugreifen.

Die Gewerkschaft fordert insbesondere:

  • Die Begrenzung von Mietpreisen in sogenannten „Spannungsgebieten“.
  • Eine umfassende Regulierung der Vermietung von Wohnraum, sowohl für touristische Zwecke als auch für Kurz- und Langzeitmieten.
  • Die Schaffung eines permanenten Bestands an öffentlichem Wohnraum für Sozialmieten und bezahlbare Mietangebote.

Forderungen nach mehr bezahlbarem Wohnraum

Ein zentrales Anliegen der Protestierenden ist die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum. CCOO unterstreicht in diesem Zusammenhang das erhebliche Potenzial, das in leerstehenden Wohnungen und solchen, die nur sporadisch genutzt werden, auf den Kanarischen Inseln schlummert.

Laut Angaben der Gewerkschaft gibt es auf den Kanaren außerdem rund 211.000 leerstehende Wohnungen, was fast 20 Prozent des regionalen Wohnungsbestands entspricht. Hinzu kommen etwa 83.000 Wohnungen, die nur sporadisch genutzt werden (8 Prozent des Gesamtbestands).

„Insgesamt könnten somit 28 Prozent aller Wohnungen dem Markt für bezahlbare Mieten zugeführt werden, was die kurzfristige Angebotsknappheit auf unseren Inseln deutlich lindern würde“

, so die Gewerkschaft.

Proteste Kanaren: Initiativen der Regierung

Die Regierung der Kanarischen Inseln hat kürzlich angekündigt, die Baugenehmigung für rund 2.000 Immobilien zu beantragen, die als Sozialwohnungen neu gebaut oder saniert werden sollen. CCOO merkt hierzu an, dass dies lediglich sieben Prozent der Nachfrage nach Sozialwohnungen deckt. Aktuell sind 27.500 Personen im öffentlichen Register für Wohnungssuchende eingetragen.

Die aktuellen Proteste auf Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura zeigen deutlich den wachsenden Druck auf die Politik, endlich wirksame Maßnahmen gegen die Wohnungsnot zu ergreifen. Die Bürger fordern außerdem ein Umdenken in der Wohnungspolitik. Sowie die konsequente Umsetzung von Maßnahmen, die das Recht auf bezahlbares Wohnen für alle gewährleisten.

Wir halten dich außerdem hier auf dem Laufenden.

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Kanaren News Jenny Christian

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Christian Juraschek
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Autor, Gründer

Christian Juraschek berichtet täglich auf news.unaufschiebbar.de über aktuelle Entwicklungen auf den Kanaren. Als ständiger Bewohner der Inseln ist er direkt am Ort des Geschehens und liefert fundierte, vor Ort recherchierte Kanaren News aus erster Hand.